00:00:00: Hallo, ich bin der Lukas, Liedgitarrist von Kaifek.
00:00:04: Hallo zusammen, ich bin der Adrian, der Rhythmusgitarrist von Kaifek und wir befinden uns jetzt hier gerade im Laufi-Tonstudio vom Utopia Pfaffenhofen und nehmen diesen Puffcast auf, um gemeinsam über unsere Band zu sprechen und über die Sachen, die da gerade so passieren.
00:00:20: Willkommen bei Puffcast Nummer 13.
00:00:30: Lukas, Adrian, ich habe gehört, dieses Jahr ist bei Kaifek eine Menge los und es passieren einige wunderbare Dinge.
00:00:39: Das ist korrekt. Wir haben ja schon für die Leute, die uns verfolgen, drei Songs veröffentlicht als Vorab-Singles, nämlich als erstes Der Wald, Geist und Schritte in die Stille und dahinter steckt natürlich ein größeres Konzept.
00:00:55: Wir werden nämlich den legendären Mordfall von hinter Kaifek vertonen.
00:00:59: Jetzt hast du ja schon.
00:01:00: Wir haben ja schon vorweggenommen, die Leute wüssten, wer wir sind, aber Kaifek, also ich würde mir natürlich wünschen, dass Kaifek mittlerweile im Pfaffenhofen schon sehr bekannt ist.
00:01:09: Das ist noch nicht anzunehmen. Wir sind eine Metalband, seit 2016 aktiv und wie der Lukas eben gerade gesagt hat, steht unser zweites Album mittlerweile schon in den Startlöchern.
00:01:21: Uns gibt es jetzt mittlerweile schon seit neun Jahren. Na klar, in der Mitte war Corona, was ja für alle Bands so ein bisschen eine Schnittstelle in der Karriere war.
00:01:30: Aber inzwischen haben wir über oder fast 30 Auftritte gespielt, sind auch regional wie überregional aktiv. Unser erstes Album Rebirth kam 2021 raus. Genau.
00:01:45: Genau. Wir haben auch beim SPH Music Masters, dem europaweit größten Band Contest in Deutschland Finale in Köln, den zweiten Platz belegt und vielleicht für die Lokalinteressierteren.
00:01:57: Wir waren auch 2019, also auch jetzt vor sieben Jahren schon, Sieger der Herzen hier auf dem Seitensprung Festival.
00:02:06: Deswegen, falls jemand schon mal was von uns gehört hat, dann vielleicht auch daher.
00:02:10: Genau, das war jetzt ein, wenn auch nicht ganz stringenter Querschnitt über unsere bisherjährige Karriere mit dem SPH eben als den größten Erfolg, würde ich auch mal sagen an der Stelle.
00:02:22: Und wir gehen jetzt in eine ganz neue Phase rein. Am 31. März kommt das zweite Album von uns raus.
00:02:27: Was sich unserer Meinung nach schon von einigen Alben anderer Bands unterscheidet.
00:02:35: Und in dem Rahmen möchten wir jetzt hier gleich am Anfang darauf hinweisen, dass es am 11. April im Atlantis Pfaffenhofen ein Release-Konzert von diesem Album geben wird.
00:02:46: Zusammen mit unseren Freunden von Prior The End und Silent Misery.
00:02:51: Also auch lokal bekannten Metal-Bands, mit denen wir zusammen einen sehr coolen Abend verbringen würden.
00:02:58: Vor allem, wenn auch ihr dabei seid. Also merkt euch den 11. April gerne schon mal vor.
00:03:05: Ja, das Album ist jetzt sehr lange schon in der Mache. Also eigentlich seit unser erstes Album Rebirth rausgekommen ist, 2021, eigentlich auch schon davor, arbeiten wir wirklich an diesem Album.
00:03:18: Und das ist uns auch gleich wichtig, das am Anfang zu klären, dass wir hier keinen Sensationsjournalismus betreiben wollen.
00:03:25: Viele Bands wollen eben auch dann Profit schlagen von irgendwelchen Storylines und Schlagzeilen.
00:03:34: Das ist bei uns nicht der Fall. Wir haben einfach wirklich ein genuines Interesse an dem Fall.
00:03:39: Und uns ist auch wichtig, dass die Geschichte respektvoll dargestellt wird und nicht einfach nur auf die Opfer drauf gedrischt wird dazu.
00:03:49: Aber welche Geschichte denn?
00:03:51: Die Geschichte von Hinterkaifeck.
00:03:53: Hinterkaifeck.
00:03:54: Das haben wir noch gar nicht erzählt.
00:03:55: Genau, also bei uns in der Gegend ist ja der Fall durchaus bekannt und diejenigen, die den Fall kennen, fällt diese Verbindung zu unserem Bandnamen natürlich auch schnell auf.
00:04:10: Also Kaifeck heißt die Band. Hinterkaifeck hieß der Hof, auf dem dieser Mordfall geschehen ist, 1922.
00:04:18: Das heißt, wir sind eigentlich schon lange mit diesem Fall verbunden, vor allem halt eben durch unseren Namen.
00:04:24: Hatten aber jetzt das musikalisch noch nicht sonderlich betont.
00:04:28: Also der Name war am Anfang vor allem wirklich ästhetischer Natur.
00:04:31: Der war von Anfang an auch relativ schnell fest in unserer Bandgeschichte.
00:04:38: Also vor allem deswegen, weil ich den Namen einfach cool finde.
00:04:41: Er fängt mit K an, endet mit K, hat ein großes F in der Mitte und ergibt einfach ein schönes Bild.
00:04:47: Aber er klingt natürlich auch hart und metalig, sag ich mal in Anführungszeichen.
00:04:51: Und der Mordfall war für mich persönlich, also ich habe die Band 2016 eben schon mit unserem Sänger gegründet, kann man das noch nicht sagen.
00:05:01: Eigentlich war die Gründung dann, als wir komplett waren, mit unserem damaligen Bassisten auch noch und dann auch mit dem Lukas, der hier war.
00:05:09: Aber der Fall war eben schon seit Anfang an einfach irgendwie präsent bei uns in der Geschichte.
00:05:16: Meine Oma hat mir den Fall schon als Kind immer wieder erzählt und auch mit Schauern dabei.
00:05:22: Ich persönlich war auch schon vor, bevor es die Band gab, öfter dort, also an dem Ort, wo das passiert ist, in der Nähe von Weidhofen, in unserem Nachbarlandkreis.
00:05:34: Und ja, wir hatten auch als Band deswegen natürlich schon, seitdem es uns gibt, die Idee, auch das mal irgendwie vertonen zu können.
00:05:42: Wie kam es denn dazu, Lukas?
00:05:45: Genau, also wir hatten eigentlich, seit ich in der Band bin, immer schon so nebenbei laufen diese Ideen.
00:05:51: Ja, lass uns mal einen Konzept-Song machen über diese Hinterkaifeck-Geschichte.
00:05:57: So ein 20-Minuten-Epos, der diese Geschichte einfach komplett mehr aufrollt.
00:06:04: Dann haben wir einfach, wie es jede normale Band macht, glaube ich, am Anfang einfach mal drauf losgeschrieben und Songs geschrieben.
00:06:10: Und wir hatten einfach sehr viele Einzelsongs, was dann auch in unserem Debüt-Album Rebirth geendet ist.
00:06:19: Und dieses Nebenprojekt, sagen wir mal, Hinterkaifeck.
00:06:21: Dieser eine Song ist irgendwie ein bisschen stagniert.
00:06:25: Und deswegen haben wir uns dann, nachdem das erste Album rausgekommen ist, überlegt, wie können wir dieses Konzept möglichst gut darstellen.
00:06:33: Und da haben wir eben gesagt, wir wollen eigentlich nicht die Geschichte einfach nur nacherzählen.
00:06:38: Wir wollen nicht sagen, da war Story Teil 1, Story Teil 2, Story Teil 3 aus.
00:06:43: Sondern wir haben uns dann auf ein Konzept geeinigt, das wir als Assoziationen bezeichnet haben.
00:06:49: Dass wir einfach aus diesem gesamten...
00:06:51: Sagen wir mal, Kosmos, Hinterkaifeck, einzelne Aspekte der Geschichte rauspickt und die einzeln vertont.
00:07:00: Also sowohl musikalisch stimmig, dann zu dem einzelnen Punkt, als auch dann textlich.
00:07:05: Wie gesagt, da kann der Adrian auch gleich noch mehr dazu sagen.
00:07:09: Einfach einzelne Episoden, die auf das Ziel dann zusteuern.
00:07:16: Das klingt jetzt noch sehr abstrakt.
00:07:19: Ich glaube, man kann das vielleicht eher...
00:07:21: Oder wir können uns den Songwriting-Prozess im Rückblick vielleicht so nochmal vor Augen führen,
00:07:27: im Kontrast dazu, wie wir die Songs unseres ersten Albums geschrieben haben.
00:07:31: Das ist, denke ich, so, wie die meisten Bands am Anfang machen, uns genremäßig ausprobieren.
00:07:37: Also man setzt sich hin, alleine oder zusammen, klimpert auf seinem Instrument rum
00:07:40: und hat dann aber schon das Produkt eines fertigen Songs irgendwie vor Augen.
00:07:47: Und so ist unser Album Rebirth entstanden.
00:07:50: Da sind die...
00:07:51: Einzelnen Songs auch durchaus eben unterschiedlich,
00:07:54: wie halt quasi dieser einzelne Song von Anfang an angelegt war.
00:08:00: Deswegen, ja, auf unserem ersten Album waren Death-Metal-Einflüsse dabei,
00:08:06: waren Chore-Einflüsse dabei, waren Progressive-Metal-Einflüsse dabei,
00:08:12: weil auch eine Band in ihren Anfangszeiten auch einfach diese Art von Evolution braucht,
00:08:18: sich in bestimmte Bereiche auszuprobieren.
00:08:21: Und das war ganz anders, als es jetzt bei dem neuen Album der Fall war.
00:08:29: Das ist eben, wie der Lukas gerade schon erzählt hat.
00:08:31: Also wir hatten nie einen einzelnen Song, auf den wir hingearbeitet haben,
00:08:37: die wir dann hintereinander gereiht hätten.
00:08:39: Sondern wir hatten von Anfang an die Vorstellung,
00:08:42: wir versuchen, diesen Fall, wie jeder von uns ihn individuell wahrnimmt,
00:08:47: auf irgendeine bestimmte Art und Weise zu vertonen.
00:08:51: Mehr auch noch nicht.
00:08:52: Also wir haben uns nicht gesagt, wie viele Songs das Ganze haben soll.
00:08:56: Wir hatten ja auch am Anfang eher gedacht, das wird eine EP vielleicht nur.
00:09:00: Oder ganz am Anfang ein Megasong quasi.
00:09:04: Und das war eine künstlerische, spannende Entdeckungsreise, würde ich sagen.
00:09:08: Weil jeder von uns dann hingegangen ist,
00:09:11: vor allem Lukas und Andi, muss man natürlich dazu sagen,
00:09:14: die in ihren...
00:09:17: Oder, ja, erzähl du gleich weiter.
00:09:18: Ja, es war halt einfach ein Song...
00:09:21: mal deutlich anstrengender
00:09:23: Songwriting-Prozess, einfach der künstlerische Prozess,
00:09:25: weil davor haben wir ja, wie du
00:09:27: gesagt hast, einfach das geschrieben, was uns
00:09:29: Bock macht hat und
00:09:31: ohne Rücksicht auf Verluste
00:09:33: oder auf ein Konzept dahinter.
00:09:35: Und das kam jetzt bei diesem Album deutlich
00:09:37: häufiger einfach vor, dass
00:09:39: wir Riffs geschrieben haben und haben die
00:09:41: längere Zeit behalten und
00:09:43: irgendwann haben wir gesagt, das
00:09:45: passt einfach von der Stimmung nicht ganz
00:09:47: rein, dass man
00:09:48: diese Gesamtstimmung,
00:09:52: die das Album
00:09:52: als Gesamtkunstwerk
00:09:54: evozieren möchte, dass
00:09:57: die einfach griffig
00:09:58: eingefangen wird.
00:10:01: Und um das
00:10:03: Ganze vielleicht mal auch
00:10:04: synästhetisch zu sehen, also es gibt ja viele Menschen,
00:10:08: die
00:10:08: Lieder oder Musik
00:10:11: auch als Farben oder als
00:10:13: andere Dinge wahrnehmen.
00:10:14: Es soll einfach eine einheitliche
00:10:17: eine
00:10:18: einheitliche Farbe,
00:10:20: ein künstlerisches Gesamtding
00:10:22: sein. Und da gab es dann eben auch einfach
00:10:24: Riffs, die da nicht reingepasst
00:10:26: haben. Und deswegen war es halt wirklich
00:10:28: schwierig, da dann wirklich
00:10:30: sich da songwriterisch
00:10:32: so zu zügeln, beziehungsweise andersrum
00:10:34: hat es natürlich auch
00:10:36: eine kreative Anregung
00:10:38: gegeben, zu sagen, man hat die Möglichkeit
00:10:40: da eben auch dann mit
00:10:42: Stilmitteln zu arbeiten.
00:10:44: Also ein starrer Rahmen,
00:10:46: der innerhalb seiner Grenzen,
00:10:48: jedoch viel bietet
00:10:50: auch. Genau. Und auch dieses
00:10:52: Gesamtkonzept des
00:10:53: Konzeptalbums an sich,
00:10:56: was ja in der heutigen Zeit eigentlich auch
00:10:58: wirklich, sagen wir mal, immer mehr
00:11:00: an Bedeutung verliert,
00:11:02: weil die
00:11:03: die
00:11:05: das Musikbusiness funktioniert irgendwie
00:11:08: anders. Genau, also
00:11:09: mal, sollten wir
00:11:12: vielleicht nochmal kurz erklären, was eigentlich
00:11:14: ein Konzeptalbum genau ist,
00:11:16: weil das eben leider
00:11:18: nicht mehr so oft der Fall ist. Früher gab es das durchaus
00:11:20: öfter, gibt es ja auch viele Beispiele,
00:11:22: Pink Floyd zum Beispiel, das Doppelalbum
00:11:24: The Wall kann man als Konzeptalbum
00:11:26: bezeichnen und auch sonst
00:11:28: in anderen Genres gibt es da eine Menge.
00:11:30: Ein Konzeptalbum ist im Prinzip
00:11:32: sowas wie
00:11:33: man ganz früher in der klassischen
00:11:36: Musik vielleicht eine
00:11:38: Symphonie oder was bezeichnen könnte, also
00:11:40: theoretisch ein Musikstück,
00:11:43: was auch über
00:11:44: 40, 50, 60 oder noch
00:11:45: mehr Minuten sich erstreckt,
00:11:48: was
00:11:49: allerdings, also was schon
00:11:52: auch untergliedert ist in einzelnen Akten,
00:11:54: das ist bei uns auch der Fall,
00:11:56: wo es jetzt irgendwie in der klassischen Musik,
00:11:58: Symphonie gibt es das Sadagio oder
00:11:59: ja, keine Ahnung, kenne ich mich jetzt auch nicht gut genug aus
00:12:02: und dass es aber doch
00:12:04: verbindende Sachen gibt, also dass
00:12:06: es jetzt nicht auch natürlich ein
00:12:07: Song geht, der jetzt irgendwie, wo der eine
00:12:09: Chorus dann irgendwie 100 Mal kommt
00:12:11: im Verlauf der ganzen
00:12:13: Stunde, wie jetzt in unserem Fall
00:12:15: das Album dauert oder 350 Minuten
00:12:18: dauert unser Album, sondern es
00:12:19: gibt schon Evolutionen,
00:12:21: die sich auch durchaus in
00:12:23: verschiedene Bereiche erstrecken, die aber schon
00:12:26: einem roten Faden folgen.
00:12:28: So, jetzt haben wir ganz, ganz
00:12:29: komplex und schwierig eigentlich erklärt,
00:12:32: was ein Konzeptalbum ist. Ich glaube, die meisten
00:12:33: Hörer sind jetzt schon ausgestiegen. Ich fürchte,
00:12:36: ich fürchte. Keine Sorge, jetzt
00:12:37: jetzt dann hoffentlich besser.
00:12:41: Ne, also
00:12:41: genau, also das ist ein Konzeptalbum,
00:12:43: also ein Album auf
00:12:45: Spielfilm, nicht Spielfilm, auf
00:12:47: Spiellänge von
00:12:49: 350 Minuten jetzt in unserem
00:12:51: Fall. Genau, und
00:12:53: ja, wie der Lukas schon erzählt hat, das
00:12:55: ist was, das machen viele Künstler
00:12:57: heutzutage nicht mehr und leider auch unter
00:12:59: dem Aspekt der Kommerzialisierung.
00:13:02: Nun ist es ja nicht neu,
00:13:03: dass Musik für
00:13:05: kommerzielle Interessen halt hergenommen wird,
00:13:07: also Kulturindustrie
00:13:09: als Stichwort. Und auch viele
00:13:11: junge Bands schreckt es dann ab, weil
00:13:13: klar, wenn man mit Musik anfängt,
00:13:16: jeder träumt irgendwie groß
00:13:17: von den großen Bühnen, von Erfolg
00:13:19: und auch
00:13:21: an Bands wird das herangetragen.
00:13:23: Wie oft habe ich das schon gehört? Ja,
00:13:25: ich kann dann irgendwann mal sagen, ich kannte
00:13:27: euch schon, bevor ihr bekannt wart.
00:13:29: Und das ist auch was, was Musiker
00:13:31: schon stark unter Druck setzen
00:13:33: kann und auch bestimmte
00:13:35: Hoffnungen
00:13:36: evozieren könnte, unter denen man dann
00:13:39: vielleicht auch sich misst und sich vergleicht
00:13:41: und auch sein Produkt dann bewertet.
00:13:43: Und ich bin sehr froh, dass es bei
00:13:45: Kaifek nicht der Fall ist. Also wir fünf,
00:13:47: wir sind eh, abgesehen davon, dass wir
00:13:49: super Freunde sind, auch was
00:13:51: der Bezug zur Band angeht,
00:13:53: immer so, dass wir alles gemeinschaftlich
00:13:55: aushandeln, alles gemeinschaftlich diskutieren,
00:13:58: gemeinsam Kunst erzeugen,
00:14:00: was eigentlich wirklich das Beste,
00:14:01: warum ich sage, das ist das beste Hobby, was man
00:14:03: sich vorstellen kann, und nie diesen
00:14:05: enormen Druck hatten, dass jetzt das
00:14:07: irgendwie groß wird, dass wir bekannt werden
00:14:09: und so weiter. Und deswegen
00:14:11: waren wir auch frei, in dem Moment ein
00:14:13: Konzeptalbum zu schreiben. Warum ist
00:14:15: ein Konzeptalbum heutzutage,
00:14:17: seltener geworden? Das liegt halt
00:14:19: daran, dass man auch wirklich einzelne Songs
00:14:21: kürzer fassen
00:14:23: muss, um den Ansprüchen
00:14:24: seines Publikums
00:14:27: gerecht zu werden. Also, ich bin
00:14:29: ja eh, ich sehe die gegenwärtigen Entwicklungen,
00:14:31: was Social Media angeht, durchaus auch
00:14:33: eben mit Sorge
00:14:35: oder bedenklich. Ich glaube,
00:14:37: die Menschen verlieren tatsächlich ein bisschen ihre
00:14:39: Fähigkeit, sich länger
00:14:41: auf etwas zu konzentrieren. Die
00:14:43: Songs werden insgesamt kürzer.
00:14:46: Chor,
00:14:46: zum Beispiel,
00:14:47: der Chorus soll möglichst schon
00:14:49: in den ersten zehn Sekunden oder was kommen,
00:14:51: dass es für TikTok gut ist, dass die Aufmerksamkeit
00:14:53: da ist. Und das zerstört,
00:14:55: finde ich, Kunst in einer gewissen
00:14:57: Art und Weise. Und uns ist es
00:14:59: unserer Meinung gelungen,
00:15:01: uns darüber hinweg zu begeben.
00:15:04: Genau, deswegen war das auch ein ganz
00:15:05: bewusstes, eine bewusste Entscheidung dafür,
00:15:07: eben daraus ein Konzeptalbum zu machen,
00:15:09: weil einfach ein Konzeptalbum,
00:15:11: ein Werk, wo man, ja,
00:15:13: wie gesagt, fast eine Stunde über das gleiche
00:15:15: Thema, beziehungsweise über ein
00:15:17: Thema in seinen ganz, ganz vielen Facetten
00:15:19: berichten kann, ja schon fast,
00:15:22: dass da einfach eine viel deutlich
00:15:23: größere emotionale
00:15:25: und auch songwriterische Tiefe
00:15:26: möglich ist. Wie gesagt,
00:15:29: wir haben innerhalb der Songs
00:15:31: Referenzen, wir haben
00:15:33: unter den Songs, also sowohl innerhalb
00:15:35: eines Songs als auch einen Song
00:15:37: mit dem anderen, Anspielungen
00:15:39: aufeinander, musikalisch gesehen,
00:15:41: textlich gesehen. Und
00:15:43: ja, das ist eben unser
00:15:45: Anspruch, so wie es Adrian schon angedeutet hat,
00:15:47: hat, wir wollen jetzt
00:15:49: keine, kein Produkt
00:15:51: auf den Markt werfen, sondern wir wollen wirklich
00:15:53: Kunst produzieren.
00:15:55: Und das ist auch
00:15:55: für uns sehr wichtig. Und
00:15:59: es ist natürlich dann schön, wenn es möglichst viele
00:16:01: Leute hören. Aber uns geht's
00:16:03: da eher auch um unseren persönlichen Anspruch.
00:16:05: Bisher haben wir halt gemerkt auch,
00:16:07: dass das beste
00:16:09: Gefühl als Band ist,
00:16:11: irgendwie zusammen ein Produkt eben
00:16:13: geschaffen zu haben. Und das natürlich auch live zu
00:16:15: produzieren. Das ist vielleicht schon eine Sache,
00:16:17: wo wir sagen könnten, da haben
00:16:19: wir durchaus,
00:16:21: oder das haben wir als wichtig erachtet, dass
00:16:23: die Songs auch live tauglich sind.
00:16:25: Weil das einfach das Größte ist, auf der Bühne zu stehen
00:16:27: und sein eigenes Produkt, was man
00:16:28: in seinem Zimmer fabriziert hat, dann auf einmal
00:16:31: vor 50,
00:16:33: 100 oder vielleicht auch nur vor 10 Leuten
00:16:35: zu präsentieren. Und
00:16:36: das war vielleicht auch noch
00:16:39: durchaus dabei.
00:16:41: Das ist auch was, das kann man eigentlich
00:16:43: nie überbetonen. Das ist
00:16:45: alles, was da drauf ist, ist
00:16:47: handmade von
00:16:49: uns fünf. Also wir haben das alles
00:16:50: daheim aufgenommen.
00:16:53: Unser Schlagzeuger hat daheim ein
00:16:54: eigenes Heimstudio,
00:16:57: wo alles gereamped
00:16:59: wird, alles Drums aufgenommen, alles
00:17:00: gemixt, gemastert, alles selber.
00:17:03: Also das ist schon auch sehr viel Aufwand.
00:17:05: Das hat sich jetzt natürlich auch dann über
00:17:07: die letzten fünf Jahre gezogen.
00:17:09: Aber ja.
00:17:11: Hätten wir nicht alle individuell
00:17:13: auch so Leidenschaft für dieses Projekt.
00:17:15: Jetzt nicht nur Kaifek,
00:17:17: sondern auch jetzt hinter Kaifek gehabt,
00:17:19: wäre das nicht, also
00:17:20: das neue Album, wäre das nicht so
00:17:22: funktioniert. Also hätte das nicht so gut
00:17:24: funktioniert. Wir haben uns auch schon selber
00:17:26: ein bisschen Grenzen damit gesetzt und
00:17:28: auch einen enormen Entwicklungsprozess
00:17:31: durchlaufen als Band,
00:17:33: sodass wir jetzt eben umso stolzer
00:17:35: sind, dieses Produkt präsentieren zu können.
00:17:37: So, wollen wir jetzt mal
00:17:39: konkret in die Geschichte
00:17:40: eingehen, um was es eigentlich genau
00:17:42: geht. Für die, die es nicht wissen,
00:17:44: die vielleicht nicht aus der Region kommen
00:17:46: oder einfach davon noch nie gehört haben.
00:17:49: Der Mordfall hinter Kaifek.
00:17:53: Ja, also im Mordfall
00:17:54: hinter Kaifek, das war 1922.
00:17:58: Also vor
00:17:58: 104 Jahren. Vor 104 Jahren mittlerweile.
00:18:01: Sind auf einem Einhütthof,
00:18:03: eben hier in der Nähe, wie Adrian
00:18:04: am Anfang schon erzählt hat, in der Nähe
00:18:06: von Weidhofen, in Gröbern,
00:18:09: sechs Menschen
00:18:10: ermordet worden.
00:18:12: An der Stelle sollten wir vielleicht auch noch die
00:18:14: Trigger Warning setzen, dass
00:18:16: wir tatsächlich einen Mordfall,
00:18:19: in dessen Vorfeld auch andere schlimme
00:18:20: Dinge passiert sind,
00:18:22: vertont haben. Für
00:18:24: Zuschauer, äh, Zuhörer besser gesagt,
00:18:26: die das vielleicht
00:18:27: nicht hören möchten, sei das
00:18:30: an der Stelle gesagt. Mach gern weiter.
00:18:32: Okay, genau. Ja, also
00:18:34: es sind im Vorfeld
00:18:36: zu diesem Mordfall
00:18:38: sind schon sehr viele
00:18:39: seltsame Dinge passiert.
00:18:43: Bleib nochmal beim Mordfall.
00:18:44: Achso, ja.
00:18:45: Ja, also,
00:18:46: es sind sechs Menschen umgebracht worden,
00:18:49: eine gesamte Familie,
00:18:51: zwei Großeltern,
00:18:53: dann eine
00:18:53: Witwe, deren
00:18:56: Mann im Krieg gefallen ist, im ersten
00:18:58: Weltkrieg, dann die zwei Kinder
00:19:00: und noch die Dienstmagd, die
00:19:02: genau an dem Tag, an dem dann
00:19:04: die Morde passiert sind,
00:19:06: an dem Tag erst angefangen hat, auf dem
00:19:08: Hof. Und es
00:19:10: ist
00:19:11: bis heute nicht geklärt.
00:19:14: Also es gibt zig,
00:19:16: ich will nicht versagen, hunderte Theorien,
00:19:19: wer das alles gewesen sein könnte.
00:19:21: Und es ist einfach bis heute aufgeklärt.
00:19:22: Und ob der Beweislage und der
00:19:24: Vielzahl an unterschiedlichen Spekulationen, die es gibt,
00:19:27: wird es das vermutlich auch nie.
00:19:28: Und das ist auch ein großer Teil, wo diese Faszination
00:19:31: herkommt für diesen
00:19:33: Fall regional und auch
00:19:35: wie wir
00:19:36: mittlerweile auch schon Feedback bekommen haben
00:19:39: über
00:19:39: von Hörern, auch
00:19:42: deutlich über die Region hinaus.
00:19:45: Genau, also
00:19:45: es handelt sich um einen
00:19:47: Einödhof, sprich um einen
00:19:50: Bauernhof, der relativ abgelegen
00:19:52: von einem Dorf
00:19:54: stand. Auf einem
00:19:56: Feld, umgeben von Wald.
00:19:59: Ziemlich genau
00:20:00: vor 104 Jahren, also
00:20:02: am 31. März kommt das Album raus,
00:20:04: in der Nacht vom 31. März auf dem 1.
00:20:06: April 1922
00:20:07: geschah dieser Mordfall.
00:20:11: Wir befinden uns also
00:20:12: in einer
00:20:13: kühlen Umgebung. Es lag auch,
00:20:15: noch letzter Schnee, der kommt auch
00:20:17: nochmal bei dem Aspekt
00:20:19: mysteriöse Vorfälle
00:20:21: vor. Und
00:20:23: in einer Nacht sind sechs Menschen
00:20:25: ermordet worden.
00:20:28: Der Fall
00:20:29: ist erst dadurch aufgeflogen,
00:20:32: dass einer der Bewohner
00:20:34: des benachtbarten Dorfs,
00:20:35: Gröbern, das gibt es auch heute noch, und auch die
00:20:37: Angehörigen der Familie gibt es
00:20:39: heute noch, das ist vielleicht an der Stelle auch
00:20:41: ganz wichtig zu erwähnen. Wir wollten
00:20:43: und werden uns zu keinem
00:20:45: Zeitpunkt auch auf dem Album
00:20:47: nicht dazu äußern, welche
00:20:49: Theorie Sinn macht. Oder wer
00:20:51: der mutmaßliche Täter sein zu können.
00:20:53: Das ist im Anbetracht der Tat
00:20:55: unseriös, weil es einfach nicht genug
00:20:57: Beweise gibt und auch den Hinterbliebenen
00:21:00: von eventuell Beschuldigten
00:21:02: nicht
00:21:02: gerechtfertigt. Was auch ins
00:21:05: Gesamtkonzept reinpasst, weil wir sehr viel mit
00:21:07: Stimmungen arbeiten und mit
00:21:09: abstrakten
00:21:10: Situationen. Mit dem Unabschließbaren
00:21:14: auch. Genau, einfach mit diesem
00:21:15: ich sag das mal romantischen
00:21:17: im Sinne der Epoche.
00:21:21: Da wäre
00:21:21: allzu große
00:21:22: Konkretisierung, wäre da auch
00:21:25: kontraproduktiv gewesen für die Stimmung.
00:21:27: Genau, also wir bleiben fragmentarisch. Aber nur
00:21:29: nochmal, um die Fakten doch noch auf
00:21:31: den Tisch zu bringen, die wir natürlich alle kennen,
00:21:34: die auch beim Texteschreiben
00:21:35: ganz besonders relevant
00:21:37: war, wie auch beim Album. Oder
00:21:39: warum wir eigentlich Faszination für diesen Fall
00:21:41: haben. Er ist wie gesagt deswegen
00:21:43: aufgeflogen, weil der
00:21:45: Lorenz Schlittenbauer
00:21:47: aus dem benachbarten Dorf Gröbern
00:21:49: in das Dorf,
00:21:51: in den Hof gekommen ist, weil
00:21:53: er sich gefragt hat, wo sind
00:21:55: die Menschen und fand da eben
00:21:57: die sechs Leichen
00:21:58: in einem, oder vier
00:22:01: dieser sechs Leichen in einem Strohhaufen
00:22:04: und
00:22:05: die Magd in ihrer
00:22:07: Mäktekammer und schließlich sogar
00:22:09: das jüngste der Opfer, ein
00:22:11: zweijähriges Kind in seiner
00:22:13: Wiege erschlagen.
00:22:14: Woraufhin er die Polizei
00:22:16: rufte, natürlich,
00:22:19: die auch recht spät erst kam.
00:22:21: Und die
00:22:22: hat dann natürlich die Staatsanwaltschaft eingesetzt
00:22:25: und da gingen dann die Ermittlungen
00:22:26: los. Und auch diese Ermittlungen,
00:22:28: das ist in diesem Kriminal...
00:22:30: Man muss auch dazu sagen, zu dem Zeitpunkt,
00:22:33: wo dann die Polizei eingetroffen ist, waren
00:22:34: da schon Dutzende Schaulustige
00:22:36: aus dem Nachbardorf und aus der Umgebung, die
00:22:38: davon erfahren haben und haben den
00:22:40: Tatort kontaminiert mit sämtlichen Spuren.
00:22:42: Und natürlich war auch die Polizei, aber
00:22:44: damals noch nicht so
00:22:45: technisch, wie sie
00:22:48: heutzutage wäre. Also die
00:22:50: Spurenaufnahme ist auch sehr
00:22:52: rudimentär gewesen.
00:22:55: Sie hat auch
00:22:56: kein Glück gehabt und keine glückliche Hand
00:22:58: gehabt. So hat es der Autor
00:23:00: des Kriminalromans
00:23:01: Peter Leuschner, der eben
00:23:04: sich mit dem Fall
00:23:06: beschäftigt, relativ
00:23:08: auf den Punkt
00:23:10: gebracht, diese ganze Sache.
00:23:12: So,
00:23:13: es gab...
00:23:14: Es gab im Nachgang
00:23:15: viele Verdächtige.
00:23:18: Wer könnte das möglicherweise
00:23:19: getan haben? Eine solche Tat,
00:23:22: die ja auch wirklich
00:23:23: an Menschlichkeit
00:23:25: zweifeln lässt, weil
00:23:28: sie wirklich so grausam in der Art und Weise
00:23:30: passiert ist. Also
00:23:31: allen Opfern wurde
00:23:34: mit einem landwirtschaftlichen
00:23:35: Werkzeug, einer Reuthaue, die
00:23:37: Köpfe eingeschlagen.
00:23:40: Auch nicht ausgenommen eben
00:23:41: die Kinder, die dort anwesend
00:23:43: waren.
00:23:44: Es wurde nie aufgeklärt.
00:23:46: Es wurde offiziell als Raubmord
00:23:49: deklariert, was allerdings keinen Sinn
00:23:50: macht, weil noch Geld
00:23:52: vor Ort gefunden wurde.
00:23:56: Und
00:23:56: ja, zahlreiche
00:23:58: Mythen wirken wirklich handeln,
00:24:01: also sind stattgefunden
00:24:02: im Rahmen dieses Falls. Also
00:24:04: davor wie danach.
00:24:07: Ich fange vielleicht mal mit den Sachen
00:24:08: danach an, weil die den Songwriting-Prozess
00:24:10: jetzt noch nicht so geprägt haben und dann können wir
00:24:12: über das Vorfeld nochmal kurz sprechen.
00:24:14: Also den Opfern wurde
00:24:16: wie damals üblich tatsächlich
00:24:18: die Köpfe entfernt zur Obduktion.
00:24:21: Diese Köpfe sind verschwunden.
00:24:23: Die wurden nach Nürnberg gebracht
00:24:25: zu einer
00:24:27: Hellseherin, könnte man sagen.
00:24:29: Also wirklich zu einer Wahrsagerin.
00:24:31: Zu einem Medium.
00:24:32: Also da wurde
00:24:33: okkultisch gearbeitet, von der
00:24:36: Polizei damals. Und dann sind die
00:24:38: Köpfe tatsächlich auch verschwunden.
00:24:40: Die Opfer wurden ohne ihre Köpfe
00:24:42: beerdigt.
00:24:44: Und ja, also
00:24:46: widersprüchliche Aussagen von Zeugen.
00:24:48: Dann hat sich das Dorf Gröbern
00:24:49: nicht so ganz dazu äußern
00:24:52: wollen oder ja, sich
00:24:54: gegenseitig verdächtigt und das hat die
00:24:56: Gesellschaft glaube ich auch da ziemlich
00:24:57: zerstört.
00:25:00: Ja und dann letztendlich
00:25:02: die Akten, die da in der
00:25:04: Polizei vorgelegen sind, sind dann im Zweiten
00:25:06: Weltkrieg zerbombt
00:25:08: worden. Also das Lager, wo
00:25:10: die gelegen sind, das wurde in die Luft gesprengt.
00:25:12: Die Akten sind verloren.
00:25:13: Es gibt nur noch sehr
00:25:15: wenige Aufzeichnungen darüber.
00:25:17: Und deswegen, wie gesagt, ist einfach die Summe
00:25:19: von allem, sorgt dafür, dass da sehr
00:25:21: viel Mysterium außenrum
00:25:23: ist und sehr viel
00:25:25: einfach Ungereimtheiten,
00:25:27: die diese Faszination
00:25:29: nicht nur bei uns, sondern bei
00:25:31: sehr vielen Menschen hervorruft. Genau, also
00:25:33: in den Vernehmungen haben sich dann auch
00:25:35: eben Sachen herausgestellt,
00:25:37: die vor der Mordnacht passiert
00:25:39: sind. Zum Beispiel berichtete
00:25:43: Klassenkameraden von
00:25:43: der Silly, also von
00:25:44: dem zweitjüngsten Opfer,
00:25:48: dass die Mutter
00:25:49: am Tag der Mordnacht
00:25:51: abgehauen ist. Der Pfarrer hat
00:25:53: ein paar Tage vorher
00:25:55: im Beichtstuhl eine
00:25:57: große Menge Geld gefunden und es
00:25:59: schnell nach Hinterkaifeck
00:26:00: zugeordnet.
00:26:03: Dann wurden Spuren
00:26:05: im Schnee, die zum
00:26:07: Hof führen, jedoch nicht wieder zurückentdeckt
00:26:09: von den Anwesenden selbst.
00:26:11: Genauso wie eine Zeitung im Wald
00:26:13: Stück daneben, die
00:26:15: in der Gegend eigentlich nicht bekannt war
00:26:17: und
00:26:19: die Bewohner
00:26:21: oder ja, es ist halt schwierig
00:26:23: da anzufangen, weil wirklich dieses
00:26:24: diese Vorstellung, dass die Leute, die dort
00:26:27: an dem Hof gelebt haben, wirklich gewusst
00:26:29: haben, hier passiert was
00:26:30: gerade. Sie haben zum Beispiel
00:26:33: auch Schritte auf dem Dachboden
00:26:35: gehört im Vorfeld.
00:26:37: Also das weiß man, weil sie das dann im Dorf
00:26:39: erzählt haben oder in der Kirche erzählt haben oder die
00:26:41: Silly eben das in der Schule erzählt hat.
00:26:43: Ähm, deswegen
00:26:45: ja, also auch außenrum sind viele Sachen
00:26:47: passiert und jetzt wäre es vielleicht noch wichtig, darüber
00:26:49: zu erzählen, was in der Familie vorher
00:26:51: passiert ist.
00:26:53: Ja, also in der Familie,
00:26:55: die Familie wird generell
00:26:57: beschrieben als eine sehr spezielle
00:26:59: Familie, also sehr zurückgezogen, auch
00:27:01: geizig, auch ein bisschen, also in Bayern würde man
00:27:03: sagen, Grantelhuber einfach.
00:27:06: Also der Vater
00:27:07: zumindest, der Andreas.
00:27:09: Auch die Tochter,
00:27:11: die Viktoria, soll, sagen wir mal,
00:27:13: recht
00:27:14: speziell gewesen sein,
00:27:17: eben auch immer den
00:27:19: Nutzen zu ziehen aus den
00:27:21: sozialen Beziehungen,
00:27:23: die sie gehabt hat.
00:27:26: Und
00:27:27: zwischen den beiden
00:27:28: gab es auch schon seit
00:27:30: längerer Zeit, seit Viktoria
00:27:33: 16 Jahre alt war,
00:27:35: ein inzestuöses Verhältnis.
00:27:38: Der Vater, also der Andreas,
00:27:39: der alte Gruber,
00:27:41: der saß auch deswegen schon ein Jahr im Zuchthaus,
00:27:43: und auch Viktoria war schon verurteilt.
00:27:46: Und man munkelt auch,
00:27:47: dass der Josef,
00:27:49: das jüngste Kind, das jüngste Opfer,
00:27:52: ein Produkt dieser
00:27:53: inzestuösen Beziehung ist.
00:27:54: Genau, man muss auch dazu sagen, einer gewaltvollen
00:27:56: inzestuösen Beziehung, die ist bestimmt nicht
00:27:58: einvernehmlich entstanden.
00:28:01: Diese Mutmaßung kommt daher, da der
00:28:03: Viktoria, nämlich eigentlich der Mann,
00:28:05: gefehlt hat. Der ist im Ersten Weltkrieg
00:28:07: offiziell gefallen.
00:28:10: Bereits in den ersten
00:28:11: Kriegswochen schon in Frankreich.
00:28:13: Das heißt, das jüngste Kind
00:28:15: kann nicht von ihm gewesen sein.
00:28:18: Das war ja, er ist ja fünf Jahre
00:28:19: vorher schon gefallen, und das jüngste Kind war eben
00:28:21: nur zwei. Das gibt
00:28:23: eben auch zum Anlass für einige Spekulationen,
00:28:25: hat er den Krieg vielleicht doch überlebt,
00:28:27: kam der zurück?
00:28:29: Eine sehr bekannte Theorie davon.
00:28:32: Genau.
00:28:33: Ja, dann ein letzter Punkt,
00:28:35: bevor wir noch zu der Musik selber
00:28:37: kommen, als Überleitung
00:28:39: vielleicht, das haben wir glaube ich noch gar nicht gesagt,
00:28:41: wie heißt unser neues Album? Unser neues Album heißt
00:28:43: Zeit im Sterben.
00:28:45: Zeit im Sterben heißt das. Das war
00:28:47: auch lange Diskussion. Warum nennen wir es nicht
00:28:49: Hinterkaifex selbst? Weil das
00:28:51: uns eben auch ein Stück weit zu konkret
00:28:53: war. Und die Zeit, in der
00:28:55: das stattgefunden hat, auch so faszinierend.
00:28:57: Ich meine,
00:28:58: ich bin angehender Geschichtslehrer.
00:29:01: Ich interessiere mich sehr für
00:29:03: Geschichte, und auch die war wirklich
00:29:05: besonders faszinierend.
00:29:07: Und ja, auch irgendwie,
00:29:09: ich bin immer ein Feind von
00:29:10: Geschichtsvergleichen, aber viele fühlen sich
00:29:13: irgendwie sehr mit der Zeit der Weimarer Republik
00:29:15: verbunden, politisch jetzt einfach,
00:29:17: worauf ich jetzt an der Stelle jedoch nicht eingehen
00:29:19: möchte.
00:29:21: Jedenfalls war es eine Zeit, 1922,
00:29:23: der Umbrüche
00:29:25: und aber auch der Krisen.
00:29:27: Also der Erste Weltkrieg ist erst
00:29:29: vier Jahre aus.
00:29:31: Im Land herrschte eine
00:29:33: große Armut. Die Hyperinflation
00:29:35: war erst ein Jahr später, im Krisenjahr
00:29:37: 1923, aber bereits
00:29:39: 1922 zeichnete sich
00:29:41: viel ab, was
00:29:43: später noch folgen sollte.
00:29:45: Bayern war geplagt von
00:29:47: Fememorden. Fememorden,
00:29:49: für die, die das nicht wissen, sind
00:29:50: rechtsradikale, politisch motivierte
00:29:53: Morde an politischen
00:29:55: Feinden eben. Und auch die
00:29:56: Kriminalpolizei, die im Rahmen von
00:29:59: Hinterkaifeck ermittelte,
00:30:01: war zu dem Zeitpunkt bereits mit
00:30:02: Fememorden voll beschäftigt.
00:30:05: Das heißt, das ist auch vielleicht dahingehend
00:30:07: ein bisschen untergegangen.
00:30:09: Und in dieser Zeit, wo
00:30:10: gerade in München natürlich auch
00:30:12: viel
00:30:14: Trubel war, viel
00:30:15: Gewalt herrschte, viel
00:30:17: Agitation,
00:30:20: nicht weit davon in diesem Bauernhof
00:30:21: sah die Welt eigentlich noch ganz anders aus.
00:30:23: Wir befinden uns hier noch in einem landwirtschaftlichen
00:30:26: Betrieb, der allerdings durchaus Wohlstand
00:30:28: hatte. Also es war jetzt kein armer
00:30:29: Bauernhof und es waren auch schon
00:30:31: viele Maschinen vorhanden,
00:30:33: aber es waren dennoch relativ einfache
00:30:36: Verhältnisse.
00:30:37: Dieser Kontrast war
00:30:40: für uns auch schon mal
00:30:41: ein
00:30:41: sehr interessanter
00:30:44: Fakt.
00:30:45: Genau, deswegen eben auch der Titel
00:30:47: Zeit im Sterben, weil eben
00:30:49: nicht nur, weil dieser
00:30:51: Mordfall exemplarisch steht
00:30:53: für eine Zeit im Umbruch. Also
00:30:55: die Zeit selbst, die vorherige
00:30:57: Zeit stirbt und gibt
00:30:59: dann
00:31:00: den Weg frei für eine neue Zeit.
00:31:04: Bis dahin muss schon mal viel geschehen.
00:31:05: Also sie ist ja im Prozess noch sterbend
00:31:07: und der Prozess kann
00:31:09: lange sein. Genau. Und jetzt
00:31:11: können wir dann vielleicht anfangen, auch den
00:31:13: Ablauf des Albums so ein bisschen
00:31:15: durchzugehen, wie
00:31:16: wir das uns gedacht haben.
00:31:19: Also das ist so ein bisschen dann,
00:31:21: hat sich einfach ergeben inhaltlich. Das Album
00:31:23: ist in vier Akte gegliedert.
00:31:26: Losgehen tut es mit dem ersten.
00:31:29: Das ist eine,
00:31:30: ja, ich will jetzt fast sagen,
00:31:31: eine klassische
00:31:32: Exposition. Man wird erst
00:31:35: mit dem Intro ein bisschen in die Zeit geführt,
00:31:37: zu dieser Grammophoneffekt,
00:31:39: einfach diese alte Technik.
00:31:41: Und Zeit im Sterben als Lied
00:31:43: ist, ja,
00:31:45: wie gesagt, eine klassische Exposition.
00:31:48: Die Leute werden vorgestellt,
00:31:49: die Zeit wird vorgestellt, die Situation
00:31:51: wird vorgestellt und dann
00:31:53: geht es weiter eben, dass die,
00:31:55: diese Bedrohung
00:31:56: dargestellt wird,
00:31:59: sowohl vom Wald
00:32:01: als auch dann von den Mitmenschen
00:32:03: in den folgenden zwei Liedern.
00:32:07: Genau, das ist dieser erste Akt, so dieser
00:32:09: Stimmungsaufbau,
00:32:11: einfach für die
00:32:13: kommende
00:32:14: drei Akte.
00:32:18: Genau, also
00:32:19: jeder dieser drei Akte besteht aus
00:32:21: eins bis drei Liedern und die
00:32:23: Akte werden getrennt von Fragmenten.
00:32:25: Fragmente ist eine Sache, die hatten
00:32:27: wir ja schon auf unserem letzten Album,
00:32:29: sind im Prinzip die
00:32:31: Riffs, die für Metal
00:32:33: uns zu ruhig waren.
00:32:35: Also die sind vor allem viel mit
00:32:37: Akustikgitarre. Generell, da
00:32:39: könnt ihr euch auf was gefasst machen, wenn ihr es so macht.
00:32:41: Zu unserem Konzert kommt, weil unser
00:32:43: Multitalent Andi auch wahnsinnig
00:32:45: tolle Akustikgitarren-Parts eingebaut
00:32:47: hat und das ist eben bei diesen
00:32:49: Fragmenten, die sind quasi die
00:32:50: Schnittstellen oder Übergänge auch zwischen
00:32:53: den Akten. Die sind halt auch
00:32:55: aus sehr, also es ist immer
00:32:57: in der gleichen Tonart, es sind mehr oder weniger
00:32:59: die gleichen Akkorde, die dann
00:33:00: aufbauend träumerisch halt auch
00:33:03: irgendwie wirken und
00:33:04: eben unvollständige Songs sind. Deswegen Fragmente,
00:33:07: der Lukas hat schon gesagt,
00:33:09: im romantischen Sinne,
00:33:11: ein Merkmal
00:33:13: der Romantik, eben auch das Unabgeschlossene
00:33:15: aushalten zu können
00:33:17: und darin eben auch Sachen hineinprojizieren
00:33:19: können. Weil
00:33:20: auch da haben wir ja gesagt, wie können wir
00:33:23: diesen
00:33:24: Vorfällen eigentlich gerecht
00:33:27: werden? Und das geht nicht, indem wir einfach sagen,
00:33:29: ja, hier war der Hof,
00:33:31: das ist da passiert,
00:33:33: da hat der Mörder zugeschlagen und danach
00:33:35: war das und das. Also das kann man nicht so
00:33:37: narrativ erzählen. Also könnte man
00:33:39: schon machen, aber, oder wird ja auch
00:33:41: durchaus in Filmen zum Beispiel gemacht.
00:33:44: Aber wir haben es eben
00:33:45: gesagt, wir wollen es auf diese mystische
00:33:47: Art und Weise machen. Das war jetzt für mich auch
00:33:49: als Texteschreiber der Band
00:33:50: durchaus mal eine ganz neue
00:33:53: Herausforderung. Also erstmal auf Deutsch
00:33:55: zu schreiben. Das alte Album war auf
00:33:57: Englisch. Ich habe mich allerdings schnell damit
00:33:59: angefreundet, weil
00:34:01: ich dann einen sehr persönlichen Zugang
00:34:03: einfach noch dazu habe. Und dann
00:34:05: aber die Brücke zu finden aus
00:34:07: Inhalt, den wir rüberbringen
00:34:09: wollen, Wortwahl, Klang,
00:34:11: Farbe. Also ich bin jemand, ich denke
00:34:13: wirklich über jede Silbe relativ lang nach.
00:34:15: Passt die von der Stimmung her des Songs?
00:34:18: Entsteht ein Binnenreim?
00:34:20: Ist das Wort
00:34:21: vielleicht irgendwie aus der Zeit gefallen?
00:34:23: Würde man das nicht so sagen? Aber es darf
00:34:25: auch nicht irgendwie zu cringe klingen. Also wir haben
00:34:27: jetzt nicht als Erzähler, der
00:34:29: in der Zeit war, irgendwie auf
00:34:31: Bayrisch oder so geschrieben. Das natürlich auch nicht.
00:34:33: Aber auch Perspektive. Also erzählen wir
00:34:35: die Geschichte aus Sicht einer neutralen
00:34:37: Instanz, die das jetzt von außen wahrnimmt?
00:34:40: Oder aus
00:34:41: der Sicht eines der Opfer, aus der
00:34:43: Sicht des Täters. Das waren alles Fragen, die man
00:34:45: sich da im Vorfeld stellen könnte. Und wir haben auch
00:34:47: da versucht, uns davon
00:34:49: loszulösen, von einer klaren Antwort
00:34:51: auf diese Frage. Also wir haben Elemente, die
00:34:53: würden jetzt eher diesem
00:34:54: diegetischen Erzähler entsprechen.
00:34:57: Ihr merkt vielleicht auch schon. Da kommt der Deutschlehrer durch.
00:34:59: Da kommt der Deutschlehrer durch.
00:35:03: Oder eben, ob wir außer
00:35:05: diegetisch bleiben, also ob der Erzähler
00:35:06: nicht Teil der Handlung ist.
00:35:09: Und das war eben eine ganz besondere
00:35:10: Herausforderung. Jetzt im ersten Akt,
00:35:12: wie der Lukas schon erzählt hat, ging es eben
00:35:14: relativ
00:35:15: spezifisch zu, vor allem im ersten Song.
00:35:18: Da werden die Figuren auch eingeführt.
00:35:21: Der zweite, der Wald, der ja
00:35:22: auch schon draußen ist, das war unsere erste Single,
00:35:25: bleibt mysteriöser.
00:35:26: Da haben wir vielleicht versucht, die Perspektive
00:35:28: von der Viktoria einzunehmen, die ihre Tochter
00:35:30: davor warnt, in den Wald
00:35:32: zu gehen. Dann
00:35:34: entwickelt sich aber der Song und
00:35:36: man ist doch auf einmal
00:35:38: in den Wald drin und merkt, der Wald,
00:35:40: macht was mit einem, weil Wald ist
00:35:42: natürlich schon immer ein dunkler Ort
00:35:44: der Gefahr auch gewesen.
00:35:47: Und Hinterkaifeck war eben
00:35:48: von drei Seiten mit Wald umgeben und auch
00:35:50: von dem Wald geht ein
00:35:51: bestimmtes Bedrohungsgefühl
00:35:54: aus, wenn man dann auch da vor Ort war.
00:35:57: Was auch
00:35:58: eine Theorie ist, die man natürlich
00:36:00: nie verifizieren kann, dass
00:36:02: der oder die späteren Mörder auch
00:36:04: aus dem Wald in den Hof
00:36:06: gekommen sind. Also einerseits dieses, man
00:36:08: geht nicht in den Wald hinein, weil
00:36:10: da ist die Bedrohung, aber der Wald kommt
00:36:12: dann zu einem in den Hof.
00:36:14: Genau. Also das ist der erste Akt.
00:36:17: Dann kommt das erste Fragment.
00:36:18: Das ist eine Vertonung sogar von einem
00:36:20: sehr bekannten romantischen
00:36:22: Lyriker, Josef von Eichendorff,
00:36:25: wo wir das Gedicht
00:36:26: Zwielicht vertont haben.
00:36:29: Dann geht es in den
00:36:30: zweiten Akt rein. Und der zweite Akt
00:36:32: soll jetzt im
00:36:34: Hof stattfinden, also noch nicht im
00:36:36: ganz Außen, sondern schon im Hof.
00:36:39: Und der besteht aus
00:36:40: zwei Liedern, nämlich Geist. Das war
00:36:42: die zweite Single, wo auch unser Musikvideo
00:36:44: dazu im Internet zu finden
00:36:46: ist. Und Schritte in die
00:36:48: Stille. Das war jetzt die dritte Single.
00:36:50: Also den Akt kann man quasi schon mal ganz
00:36:52: anhören. Darum geht es eben um
00:36:54: diese schon angedeuteten Vorfälle
00:36:56: vor der Mordnacht, also
00:36:58: noch in den Tagen davor.
00:37:00: Eben diese Sichtung
00:37:02: der Spuren, die zum Hof
00:37:04: hinführen, aber nicht wieder zurück. Und die
00:37:06: Schritte auf dem Dachboden.
00:37:09: Also wir haben uns
00:37:10: hier gedacht, das sind jetzt die
00:37:12: Lieder, die mit Angst verbunden sind. Also wir haben ja
00:37:14: vorher gesagt, wir haben jetzt nicht das
00:37:16: Album als Ganzes geschrieben, sondern wir haben
00:37:17: uns gesagt, jetzt schreiben wir
00:37:20: den Song, jetzt schreiben wir den Song. Sondern wir haben Riffs,
00:37:22: also Gitarrenmelodien,
00:37:24: Soli
00:37:26: zum Beispiel, geordnet. Und
00:37:28: alles, was mit der Emotion der Angst
00:37:30: zu tun hatte, haben wir diesem
00:37:32: Akt zugeordnet. Und dadurch
00:37:34: ist eben Geist und Schritte in die Stille
00:37:36: entstanden. Ja, das war auch
00:37:38: aus songwriterischer Perspektive,
00:37:40: interessant. Wir haben da sehr
00:37:42: viel auch mit Effekten arbeiten können, mit diesen
00:37:44: Klopfen, mit diesem, wie
00:37:46: wenn eine Maus über einem
00:37:48: über den Dachboden läuft und
00:37:50: man hört so leichtes
00:37:51: Klicken einfach.
00:37:55: Man hat diese
00:37:56: überwältigenden
00:37:58: Soundscapes und einfach
00:38:00: sehr viel, auch Abwechslung
00:38:02: einfach ganz viel
00:38:04: dramaturgische
00:38:07: Abwechslung
00:38:08: und Windgeräusche.
00:38:10: Genau, Windgeräusche,
00:38:13: Glocken, alles, was auch
00:38:15: irgendwie diese Kälte ausdrückt, einen relativ
00:38:17: kalten Gitarrensound, wenn ich jetzt an Geist
00:38:19: denke. Ist einfach Spannungsaufbau.
00:38:21: Also dieser Akt ist
00:38:22: quasi der klassische zweite Akt,
00:38:25: steigende Handlung.
00:38:27: Und die Spannung steigt.
00:38:29: Ja, auch
00:38:30: textlich bleibt es noch auf der Ebene.
00:38:33: Also wir haben jetzt,
00:38:35: oder ich bin so
00:38:37: an diese beiden Songs rangegangen, dass
00:38:38: Geist das nicht
00:38:40: sehen verhandelt
00:38:41: und Schritte in die Stille das nicht
00:38:44: hören, beziehungsweise nicht sehen
00:38:46: wollen und nicht hören wollen.
00:38:48: Sprich, die Fußstapfen im Schnee,
00:38:50: man stelle sich vor, also ich musste mich da ganz oft
00:38:52: wirklich in diese Menschen hineinversetzen,
00:38:54: die auf diesem Hof leben, aus dem Fenster
00:38:56: schauen und diese Spuren sehen
00:38:58: und sich auch schnell natürlich Rückschlüsse
00:39:00: ziehen, was das jetzt heißt, wenn Spuren zum Hof führen,
00:39:02: aber nicht wieder zurück. Das heißt, jemand ist gerade
00:39:04: unter uns, ich weiß aber nicht wo oder was er will.
00:39:07: Oder über uns.
00:39:09: Und
00:39:09: ähm
00:39:10: ja, also
00:39:12: das wahrnehmen, aber doch nicht
00:39:14: eigentlich, also hoffen, dass es gerade
00:39:16: eine optische Täuschung ist, dass man es nicht wahrhaben will.
00:39:19: Das war so ein bisschen bei Geist
00:39:20: die Sache. Gleichzeitig haben wir
00:39:23: aber trotzdem versucht, noch ein bisschen
00:39:24: Storybuilding, also Setting-Building zu treiben,
00:39:27: Character-Building würde man jetzt im Film sagen
00:39:29: oder auch in der
00:39:29: Literatur, dass eben
00:39:33: diese Figuren dennoch auch greifbar werden.
00:39:35: Wir wollen ja diese auch
00:39:36: irgendwie Empathie mit ihnen entwickeln
00:39:39: und so ist es bei Geist.
00:39:40: Eben auch noch die
00:39:41: Großmutter dabei,
00:39:44: die der Silly eben ein Märchen
00:39:46: erzählt, in dem sie sich
00:39:48: verliert,
00:39:50: träumt davon, eben diesen Geist zu sehen,
00:39:52: den sie in den Spuren, in den Schnee
00:39:54: schon irgendwie gespürt hat,
00:39:56: wahrgenommen hat. Und bei Schritte in die
00:39:58: Stille ist es die Viktoria, die in
00:39:59: ihrem Bett liegt, nicht schlafen
00:40:02: kann und
00:40:03: wenige Meter über ihr
00:40:06: diese Schritte sehr deutlich vernimmt
00:40:08: und die Schritte, die in die
00:40:09: Stille gehen, also sie hört dann in dem Moment
00:40:12: aktiv auf diese Stille, was habe ich
00:40:14: da gerade gehört, in dem Moment,
00:40:16: in dem sie schon wieder weg sind und dann
00:40:17: verwechselt sie die Schritte, die
00:40:20: sie gehört hat, mit ihrem eigenen Herzschlag
00:40:21: und das macht sie halt wahnsinnig
00:40:23: und das ist bei Schritte in die Stille dann
00:40:25: vertont.
00:40:27: Genau, der Übergang in den dritten Akt,
00:40:29: der ist dann noch ein bisschen länger, da gibt es dann
00:40:31: Fragment Schlaf, ein instrumentales
00:40:33: Fragment,
00:40:34: wo es eigentlich darum geht, dass
00:40:37: der Josef,
00:40:39: das kleine Kind, das letzte Mal ins Bett
00:40:41: gebracht wird und
00:40:43: das Ende mit diesen, mit
00:40:45: Flageolet-Gitarren soll auch bewusst
00:40:47: eine Spieluhr imitieren
00:40:49: und dann
00:40:51: ein Schlaflied ist es.
00:40:53: Ein Schlaflied, ja, und dann geht es eigentlich schon
00:40:55: los mit dem dritten
00:40:58: Akt, mit den
00:40:59: Morden.
00:41:01: Es fängt an mit 3103, also
00:41:03: einer
00:41:04: Datumsangabe,
00:41:06: dass wir jetzt wirklich an dem Datum angekommen sind,
00:41:09: und diese, sagen wir mal,
00:41:11: neoklassische
00:41:12: Start
00:41:14: ist nochmal einfach,
00:41:17: nochmal Stimmung aufgebaut,
00:41:20: dass die sich dann auch im dritten
00:41:22: Akt entsprechend entladen kann, weil entladen
00:41:23: wird hier viel in
00:41:25: Irrlicht 1, 2 und 3
00:41:27: ein Song, der
00:41:29: ja, je nachdem wie man es interpretiert, ein Song
00:41:31: ist oder drei Songs,
00:41:34: die, das ist auch
00:41:35: eine Methode, die
00:41:37: im Prog zum Beispiel üblich ist, dass man einfach
00:41:39: einen Song teilt auf
00:41:41: verschiedene Movements
00:41:43: und da haben wir eben dann auch die
00:41:45: drei,
00:41:48: also eigentlich, es ist die zwei
00:41:49: Seiten, das
00:41:51: der Mordnacht beleuchtet und dann
00:41:53: wie die zusammengeführt werden und
00:41:55: da ging es eigentlich stimmungsmäßig nur
00:41:57: darum, wirklich
00:41:59: diese
00:41:59: Aggression, diese Härte darzustellen,
00:42:03: aber auch mit diesen zwischendrin
00:42:05: mit den Perspektiven, mit diesen
00:42:09: Suspense-Momenten, dieses, wo man zwischendrin mal innehält
00:42:11: und sich denkt und mal den
00:42:13: Schritt rausgeht aus der Handlung.
00:42:15: Genau, also es sind auch,
00:42:17: also gerade bei den Texten
00:42:19: jetzt zu diesem Akt gibt es glaube ich viel zu entdecken,
00:42:21: weil wir wieder immer auch
00:42:22: Anknüpfungspunkte aus den Sachen, die da vorkommen
00:42:25: wieder aufnehmen.
00:42:27: Generell ist in dem Album
00:42:29: auch eine große dialektische
00:42:31: Metaphorik zu finden,
00:42:33: zwischen Licht und Schatten,
00:42:35: Wald und Nebel
00:42:36: und mit dem Irrlicht als
00:42:38: Leitmotiv quasi, deswegen ist
00:42:41: dieser Hauptsong auch Irrlicht
00:42:42: genannt. Und auch schwarz und weiß
00:42:45: und rot als dieser Akzent,
00:42:47: das auch auf dem Albumcover
00:42:49: so farblich
00:42:51: umgesetzt ist, was sich auch
00:42:53: in den Titeln und den Untertiteln der drei
00:42:54: Irrlichter widerspiegelt. Genau
00:42:57: und das erste Irrlicht ist quasi aus der
00:42:59: Perspektive der
00:43:01: mordenden Instanz, um das
00:43:03: jetzt mal so abstrakt zu sagen, also wir befinden
00:43:05: uns in dem, der Wald ist
00:43:07: nun in den Hof gekommen, wir sind jetzt
00:43:08: auf dem Dachboden,
00:43:11: der Schatten, der aus dem Wald
00:43:12: gehuscht ist, ist jetzt im Hof
00:43:14: und er begibt sich runter, wo gleich
00:43:17: die Sachen losgehen
00:43:19: und es erwacht jetzt
00:43:21: in dem Teil.
00:43:23: Das zweite Irrlicht ist dann die
00:43:25: ja? Übergangs,
00:43:27: das Ende von
00:43:28: Irrlicht 1 ist so halt zurückspulen,
00:43:31: also das Riff soll auch imitieren,
00:43:33: wie wenn man so eine VHS-Kassette
00:43:35: einfach zurückspult, dass man dann wieder
00:43:36: zeitlich an dem gleichen Moment ist, wo
00:43:38: Irrlicht 1 angefangen hat, aber
00:43:40: jetzt eben aus anderer Perspektive. Genau,
00:43:42: Irrlicht 2 ist aus der Perspektive
00:43:45: von den noch lebenden
00:43:47: Bewohnern, es ist
00:43:48: ein Gebet, wenn man
00:43:50: so nennen kann, zumindest am
00:43:52: Anfang, also wir haben hier die Viktoria,
00:43:54: die auch spürt, es geht was los, sie ist in der Nacht
00:43:56: davor weggelaufen, sie ist jetzt auf dem Hof
00:43:58: und ist verzweifelt
00:44:00: über ihre Situation und
00:44:03: fängt dort das
00:44:04: Beten an und
00:44:06: das letzte Opfer kommt,
00:44:08: das war ja bis dahin noch nicht am Hof,
00:44:10: nämlich die Magd, die kommt jetzt erst
00:44:12: abends, kurz, wenige Stunden, bevor
00:44:14: sie ermordet wird, an den Hof,
00:44:17: die Neue,
00:44:18: und wird hier auch eingeführt,
00:44:21: sie ist die,
00:44:23: eine Figur, die von außen
00:44:24: quasi in die Welt des Hofs reinkommt
00:44:27: und aber sofort
00:44:28: mit eingezogen wird in diesen
00:44:30: Nebel, der sich
00:44:32: breit gemacht hat.
00:44:36: Ja, und
00:44:36: das sind dann eher auch zwei
00:44:38: kürzere Songs im Vergleich zu dem dritten,
00:44:41: weil der dritte, der war für mich persönlich der
00:44:42: herausforderndste, das war auch der letzte,
00:44:45: der vom Text dann entstanden ist,
00:44:47: weil jetzt wollten wir natürlich,
00:44:49: weil wir ja auch noch eine Nachgeschichte in dem
00:44:50: vierten Gang haben, auch die Morde selber
00:44:52: dann auch irgendwie noch
00:44:54: vertonen und da ist es natürlich
00:44:56: klar, wir sind eine Metalband, wir machen
00:44:58: halt irgendwie harte Musik, aber wir machen jetzt nicht irgendwie
00:45:00: ja, Blut und Tod,
00:45:02: sondern keine Goreband,
00:45:05: ja, über unser Genre, das müssen wir dann
00:45:06: auch nochmal kurz nochmal reden,
00:45:08: aber ja, an der Stelle war es eben auch
00:45:11: mit Andeutungen
00:45:13: unser Anliegen,
00:45:15: diese Morde umzusetzen,
00:45:17: halt auch natürlich mit den Riffs
00:45:18: und hier wird jetzt, hier laufen alle
00:45:21: Stricke zusammen, also in allen Liedern,
00:45:23: alle Lieder vorher werden irgendwie aufgegriffen,
00:45:25: sei es vom Text her, sei es von
00:45:27: dem Riff her, hier kommt
00:45:29: alles zusammen, hier werden quasi nach und nach
00:45:31: die ersten Morde
00:45:32: dargestellt und dann entwickelt sich
00:45:35: so, wie es ja auch wahrscheinlich in echt war, so eine Art
00:45:37: Mordrausch,
00:45:38: und Irrlicht 3 ist
00:45:41: dann der Mordrausch,
00:45:43: also auch von den Riffs her
00:45:45: angedeutet, es wird
00:45:47: dissoziiert, also es ist jetzt nicht unbedingt
00:45:49: so, dass es jetzt aus der Perspektive der
00:45:51: mordenden Instanz ist oder aus der Perspektive
00:45:53: des Opfers oder aus der Perspektive
00:45:55: eines dritten Erzählers, sondern da
00:45:57: verschwinden dann auch so ein bisschen die
00:45:59: Grenzen und das
00:46:01: kulminiert, steigert in sich auch nochmal,
00:46:03: also es wird sehr lange diese
00:46:05: Spannung nochmal weitergetrieben
00:46:07: bis zur
00:46:08: Mord an dem letzten Opfer
00:46:11: zum zweijährigen
00:46:13: Josef und
00:46:14: ja, so endet dann
00:46:17: der lange Song
00:46:19: und auch der dritte Akt
00:46:21: ja
00:46:22: im Übergang zum vierten Akt
00:46:25: der heißt Fragment Weiher
00:46:26: mein persönlicher Lieblingssong
00:46:28: ein interessanter Titel, um das
00:46:30: vielleicht kurz anzudeuten, ist
00:46:32: in dem Song geht es um die
00:46:34: Beerdigung der Opfer auf dem Waldhofener
00:46:37: Friedhof, der
00:46:38: Grabstein ist auch heute
00:46:41: noch sichtbar und besichtigbar
00:46:42: der
00:46:44: Text, das kurze Bibelzitat
00:46:47: ein Psalm, das ist auch der, der
00:46:49: auf dem Grabstein, beziehungsweise früher
00:46:50: auf dem Matal am Hinterkaifeckhof drauf stand
00:46:53: und
00:46:55: soll eben
00:46:56: eigentlich so eine Art
00:46:59: jetzt
00:47:02: so eine Art, jetzt geht es noch
00:47:04: weiter, also die Illichter sind
00:47:06: sehr hart und man denkt sich
00:47:09: danach, okay, jetzt ist alles tot, was kann
00:47:10: auch passieren, aber das ist hier nochmal
00:47:12: dieser Funken, wo man sagt, okay, es kommt
00:47:14: noch was
00:47:15: Genau, und der letzte Akt
00:47:19: entsteht dann auch, also
00:47:20: führt diesen Gedanken weiter
00:47:22: besteht auch nur noch aus einem einzelnen
00:47:25: Song, Dämmerstern heißt es
00:47:26: der letzte Song
00:47:28: der ist nochmal ganz anders
00:47:30: sowohl von der Musik als auch von den Texten
00:47:33: her, also wir
00:47:33: haben versucht, ein bisschen diesen
00:47:36: Seelenflug in den Himmel
00:47:38: irgendwie anzudeuten, also
00:47:40: von der Musik her ist der
00:47:42: Song, der am nächsten am Post-Black-Metal
00:47:45: dran ist, meiner Meinung nach, das ist ja
00:47:46: mein Lieblingsgenre, ich bin auch sehr froh über
00:47:48: diesen Song
00:47:49: das heißt, der ist an sich sehr hart
00:47:52: wir haben durchgehend Geballer im Schlagzeug
00:47:55: und auch ein Geschredde in den Gitarren
00:47:57: aber dennoch ist er sehr
00:47:58: sehr atmosphärisch und melodisch
00:48:00: und harmonisch dann auch irgendwie
00:48:02: und das finde ich ja das Tolle, dass das Metal dann auch
00:48:04: eben schafft, also
00:48:05: und durch diesen
00:48:06: Sechsachteltakt auch so ein bisschen tänzelnd
00:48:09: also einfach frei
00:48:10: dahinschwebend
00:48:12: ja, wie gesagt
00:48:15: das ist ein sehr spezieller Song
00:48:17: und
00:48:18: ich finde es sehr schön, dass wir diesen
00:48:21: Song am Ende noch haben, weil eigentlich
00:48:22: das Album an sich ist sehr
00:48:24: sehr
00:48:26: deprimierend, also die Stimmung ist immer
00:48:29: sehr bedrückt, es ist
00:48:30: es baut Angst auf, es baut Spannung auf
00:48:33: es wird dann auch entladen in den
00:48:34: in den drei Irrlichtern
00:48:36: und dann
00:48:37: wenn man sagt, ja okay, es ist eigentlich ein sehr
00:48:40: negatives Album, kommt Abenddämmerung
00:48:41: und bringt einem einfach nochmal diese
00:48:43: diesen Funken der Hoffnung, dass man sagt, okay
00:48:46: vielleicht
00:48:46: vielleicht war es das noch nicht, vielleicht
00:48:49: gibt es in einem Jenseits noch eine
00:48:51: Fortsetzung der Geschichte, eine positivere
00:48:53: und einfach diesen philosophischen
00:48:56: Ansatz da nochmal dran zu ziehen, an diese
00:48:58: doch sehr düstere Story
00:48:59: das hinterlässt einen dann schon sehr versöhnlich
00:49:02: am Ende des Albums
00:49:03: genau, die Zeit ist gestorben
00:49:06: Zeit im Sterben ist vorbei
00:49:08: und danach kommt irgendwie etwas anderes
00:49:10: das ist ein sehr langer
00:49:12: ein sehr langer Song
00:49:14: auch und ja
00:49:16: jetzt sind wir in
00:49:17: dieser Zeit durch diese Songs durchgegangen
00:49:20: durch das ganze Album
00:49:22: ihr habt gemerkt
00:49:24: wir haben da einen ganz anderen Ansatz
00:49:26: an uns gestellt, wie das
00:49:28: vielleicht viele Bands machen
00:49:29: und auch der Versuch, das jetzt zu verbalisieren
00:49:32: ist natürlich, kann am Ende nur scheitern
00:49:34: deswegen, wenn
00:49:36: ihr euch wirklich mit dem Mordfall
00:49:38: beschäftigt, wenn ihr das jetzt interessant
00:49:40: findet, diese Art und Weise
00:49:41: wie man
00:49:42: Vertonung betreiben kann, wie man ein Konzeptalbum
00:49:46: schreiben kann, nehmt euch
00:49:47: die Zeit, setzt euch vielleicht abends mal hin
00:49:50: so stelle ich mir das tatsächlich, oder so mache ich es
00:49:52: auch selber tatsächlich noch, also
00:49:53: bei Rebirth, bei unserem ersten Album war das was anderes
00:49:55: aber jetzt kann ich immer noch das Album von vorne bis hinten
00:49:58: durchhören, als Stück
00:50:00: und mich da hineinversetzen
00:50:01: deswegen, ja, meiner Meinung nach
00:50:04: ist das Song
00:50:06: ist das Album eben von vorne bis hinten
00:50:07: zu hören, an einem Abend, am 31. März
00:50:10: kommt es eben raus, wenn ihr sagt
00:50:12: Metal ist nicht so eures, dann
00:50:13: eher dann vielleicht einzelne Songs mal
00:50:16: rein anhören und dann auch
00:50:17: live gerne vorbeikommen
00:50:19: wollen wir zum Abschließen, zum Abschluss
00:50:21: nochmal kurz über die
00:50:23: Musik sagen und über die Zukunft
00:50:25: der Band
00:50:26: Ja, also
00:50:29: uns gibt's noch
00:50:31: wir werden jetzt, wie gesagt
00:50:34: dieses Album am 11. April
00:50:36: das erste Mal komplett live
00:50:37: vorstellen
00:50:38: und auch
00:50:40: hoffentlich auch im Laufe
00:50:44: des Sommers und im Laufe des Jahres noch deutlich mehr
00:50:46: Gelegenheiten haben, das auch zu
00:50:47: präsentieren live
00:50:49: und natürlich auch währenddessen
00:50:51: arbeiten
00:50:53: an unserem nächsten Album
00:50:56: an neuen Liedern
00:50:57: an neuen Liedern, oder je nachdem
00:51:00: für welches
00:51:01: für welches Prinzip
00:51:03: wir uns dann für das nächste Album entscheiden
00:51:06: aber wir haben schon einige Ideen
00:51:07: und es wird natürlich auch
00:51:09: interessant sein, wo es sich musikalisch
00:51:12: hin entwickelt, weil jetzt dieses alte
00:51:13: also dieses alte Rebirth
00:51:16: war halt eben
00:51:17: ein Potpourri kann man sagen
00:51:19: Zeit im Sterben ist jetzt ein
00:51:21: komplexeres Gesamtprodukt
00:51:24: und ja
00:51:25: wir werden uns da auf jeden Fall auch weiterentwickeln
00:51:28: und dann noch andere
00:51:29: mal schnellere Songs schreiben
00:51:31: und so weiter machen, was uns auch gefällt
00:51:33: weil wie ich ja auch schon erwähnt habe, wir sind ja jetzt nicht
00:51:36: auf Erfolg angewiesen, wir werden
00:51:37: das Hobby hoffentlich noch sehr sehr lange
00:51:40: betreiben, auch wenn
00:51:41: im persönlichen Bereich bei uns sich jetzt
00:51:44: ein paar Veränderungen, sehr schöne
00:51:45: Veränderungen ergeben werden
00:51:47: und ja, mit euch
00:51:49: hoffentlich zusammen dieses Album erstmal
00:51:51: genießen, was jetzt auch wirklich die
00:51:54: Ernte von fünf Jahren
00:51:55: harter Arbeit und Leidenschaft war und
00:51:57: es wird uns sehr freuen, wenn ihr ein Teil davon werdet
00:52:00: wenn ihr uns auf Social Media
00:52:01: folgt, wo wir auch immer persönlichen
00:52:04: Content liefern und euch
00:52:06: sowieso mit allen aktuellen Informationen
00:52:07: versorgen, dann natürlich unsere Live-Shows
00:52:10: die auf immer einen Besuch wert
00:52:12: sind unserer Meinung nach, besonders eben
00:52:13: am 11. April
00:52:15: mit unseren guten Freunden
00:52:17: von Prior The End und von
00:52:19: Silent Misery, die auch eine neue
00:52:21: EP releasen in ein paar Wochen
00:52:24: Silent Misery
00:52:25: und Prior The End feiert zehnjähriges
00:52:28: ihres Debütalbums
00:52:30: ihres großartigen Debütalbums
00:52:32: The Worst Is Yet To Come
00:52:33: Props an der Stelle an unsere
00:52:35: Freunde von den beiden Bands
00:52:37: ja und dann mal gucken, wo die Reise hingeht
00:52:39: also hoffentlich spielen wir dieses Jahr noch öfter
00:52:41: und werden euch weiterhin
00:52:43: mit Musik versorgen
00:52:46: also
00:52:46: werdet ein Teil von Kaifek, wenn ihr mögt
00:52:49: gebt dem Album eine Chance
00:52:52: und wir sind erstmal raus
00:52:53: an der Stelle. Vielen Dank fürs Zuhören
00:53:05: und wir sehen uns beim nächsten Mal
00:53:09: Tschüss